Betonieren der Poolwand mit eingesetzten Rinnenelementen: Ein Minikran hebt die Schubkarre über die Isotec-Poolschalung

Hintergrund · 11 Min. Lesezeit

Die Geschichte des AquaLite-Überlaufrinnensystems: von der Idee 2002 zum fertigen System

AquaLite entstand nicht am Schreibtisch, sondern auf der Poolbaustelle. Die Geschichte eines Überlaufrinnensystems, das seit 2002 Baustelle für Baustelle leichter, präziser und einfacher wurde.

Die Geschichte von AquaLite begann im Jahr 2002. Nicht mit dem Plan, ein neues Produkt auf den Markt zu bringen, sondern mit einem ganz praktischen Problem beim Bau von Überlaufpools.

Das Ziel war eigentlich einfach: eine Überlaufrinne, deren Rinnengrund bereits ein Gefälle besitzt. Das Wasser sollte nicht in einer ebenen Rinne stehen bleiben, sondern zuverlässig zum Ablauf geführt werden. Die Rinne sollte dadurch möglichst selbstreinigend funktionieren.

Was heute selbstverständlich klingt, stellte uns damals vor eine ganze Reihe technischer Herausforderungen. Wie aus diesem Anspruch über vier Entwicklungsgenerationen ein patentiertes Überlaufrinnensystem wurde, erzählt dieser Beitrag.

2002: Ein Problem auf der Baustelle, keine Produktidee

Zu dieser Zeit arbeiteten wir bei Isotec Steirerpool bereits mit einer eigenen Schalung für den Poolbau. Deshalb entstand die Idee, die Überlaufrinne direkt in dieses Schalungssystem zu integrieren: Die Rinne sollte nicht nachträglich auf die Poolwand gesetzt, sondern von Anfang an Teil des Beckenkopfs sein.

Wer wissen möchte, warum das Gefälle im Rinnengrund so wichtig ist, findet die Grundlagen im Beitrag Wie funktioniert eine Überlaufrinne?.

Poolschalung von Isotec Steirerpool mit Rundbecken auf der Baustelle, Ausgangspunkt der Rinnenentwicklung
Der Ausgangspunkt: die eigene Poolschalung von Isotec Steirerpool. In dieses System sollte die Überlaufrinne integriert werden.

Die ersten Rinnen: zwei Fertigteile in der Schalung

Die ersten Überlaufrinnen wurden zweigeteilt hergestellt und direkt in die Poolschalung eingesetzt. Damit die vorgefertigten Rinnenteile exakt positioniert werden konnten, entwickelten wir spezielle höhenverstellbare Halterungen. Mit ihnen ließen sich die Elemente ausrichten und das notwendige Gefälle herstellen. Anschließend wurde betoniert.

So entstanden Poolwand und Überlaufrinne praktisch gemeinsam, während gleichzeitig das gewünschte Gefälle im Rinnengrund hergestellt werden konnte. Die Fertigteile waren bereits mit Bewehrung und Folienprofil ausgestattet.

Technisch funktionierte das System. Doch Herstellung, Transport und Montage waren sehr aufwendig. Damit begann ein Prinzip, das die gesamte weitere Entwicklung bestimmen sollte.

Frühe zweiteilige Überlaufrinne mit Folienprofil, eingesetzt in die Poolschalung und gemeinsam mit der Poolwand betoniert
Erste Generation: Die zweiteilige Rinne sitzt in der Schalung, Poolwand und Rinne werden in einem Zug betoniert.

Die nächste Generation: Justierschrauben

Der nächste Entwicklungsschritt bestand darin, die Rinnenelemente mit Justierschrauben auszustatten. Nun konnte zunächst die Poolwand betoniert werden. Nachdem der Beton ausgehärtet war, wurden die Rinnenelemente in die Schalung eingesetzt und exakt eingestellt. In einem zweiten Arbeitsgang wurde anschließend der Rinnengrund betoniert.

Das brachte mehr Präzision und Flexibilität. Trotzdem blieb ein entscheidender Nachteil bestehen: Für die Herstellung der fertigen Überlaufrinne waren weiterhin mehrere Arbeitsschritte notwendig. Also wurde weiterentwickelt.

Detail einer Justierschraube am Rinnenelement mit Bewehrung in der Poolschalung, zweite Entwicklungsgeneration
Zweite Generation: Über Justierschrauben wird jedes Element millimetergenau eingestellt, bevor der Rinnengrund betoniert wird.

Eine Montagehilfe bringt Präzision auf die Baustelle

Beim nächsten System wurde zunächst der komplette Poolrohbau hergestellt. Erst danach wurden die Rinnenelemente auf die Poolwand gesetzt. Dafür entwickelten wir eine eigene Montagehilfe, mit der sich die Elemente sehr genau in Höhe und Flucht ausrichten ließen.

Damit konnte erstmals sehr kontrolliert eine lange, gerade Rinnenlinie hergestellt und gleichzeitig das erforderliche Gefälle eingestellt werden. Auch dieses Verfahren funktionierte. Aber unser Anspruch war inzwischen höher geworden: Die Montage sollte nicht nur präzise sein. Sie sollte einfacher und schneller werden.

Montagehilfe mit Klemmen zum Ausrichten der Rinnenelemente in Höhe und Flucht auf der fertigen Poolwand
Dritte Generation: Die Montagehilfe hält die Elemente auf der fertigen Poolwand in Höhe und Flucht, bis sie fixiert sind.

Der entscheidende Schritt: aus zwei Teilen wird ein Bauteil

Schließlich fiel die Entscheidung, die Überlaufrinne nicht mehr zweiteilig zu produzieren. Stattdessen entstand eine komplette Rinne mit integriertem Rinnenboden, Bewehrung und Justiermöglichkeit.

Die Elemente konnten nun in etwa zwei Meter langen Stücken auf den fertigen Poolrohbau gesetzt, ausgerichtet und mechanisch befestigt werden. Damit änderte sich das Grundprinzip des Systems: Aus einer auf der Baustelle zusammengesetzten Konstruktion wurde zunehmend ein vorgefertigtes Überlaufrinnensystem.

Doch damit entstand das nächste Problem: das Gewicht.

Einteilige Überlaufrinne mit integriertem Rinnenboden, montiert auf dem fertigen Poolrohbau mit verlegter Ablaufleitung
Vierte Generation: Die einteilige Rinne mit integriertem Rinnenboden sitzt auf dem fertigen Rohbau, die Ablaufleitung ist bereits verlegt.

Von rund 130 auf etwa 50 Kilogramm

Die frühen Konstruktionen waren massiv. Ein etwa zwei Meter langes Element konnte mit Rinnenboden ungefähr 130 Kilogramm wiegen. Selbst Varianten ohne Rinnenboden lagen bei rund 100 Kilogramm. Für eine einfache Montage war das eindeutig zu schwer.

Deshalb wurde nicht nur die Form der Rinne weiterentwickelt, sondern auch die Betonrezeptur. Ziel war es, Gewicht einzusparen, ohne die für das Bauteil notwendigen Eigenschaften aufzugeben: Frostbeständigkeit, Tragfähigkeit, Maßhaltigkeit.

Das Ergebnis war ein entscheidender Fortschritt: Ein rund zwei Meter langes Rinnenelement wog schließlich nur noch ungefähr 50 Kilogramm. Um das zu erreichen, musste praktisch die gesamte Konstruktion überarbeitet werden. Auch das Herstellungsverfahren wurde neu entwickelt.

Es war nicht mehr nur die Verbesserung eines bestehenden Bauteils. Es entstand Schritt für Schritt ein eigenes System, das AquaLite-Überlaufrinnensystem, wie es heute in zehn Modellen verfügbar ist.

2014: Aus jahrelanger Entwicklung wird ein fertiges System

Nach rund zwölf Jahren Entwicklung war 2014 die grundlegende Konstruktion fertig. Danach begann der Feinschliff: Aus einer einzelnen Überlaufrinne entstanden unterschiedliche Varianten und Modelle für verschiedene Einbausituationen, vom klassischen Rinnenrost bis zur Sanierung bestehender Becken.

Im selben Jahr wurde Rekordrinne gegründet. Damit konnten die entwickelten Überlaufrinnen erstmals auch anderen Poolbauunternehmen angeboten werden. Aus einer Lösung für den eigenen Poolbau wurde ein Produkt für Fachbetriebe.

2017: Überlauf und Infinity werden miteinander verbunden

2017 folgte ein weiterer wichtiger Entwicklungsschritt. Wir wollten eine Lösung für Pools in Hanglage schaffen, bei denen eine Infinity- bzw. Kaskadenkante mit einer klassischen umlaufenden Überlaufrinne kombiniert werden kann.

Daraus entstanden Modell 7 für die Infinity- bzw. Hangseite und Modell 6 für die begehbaren Seiten des Pools. Damit konnte ein Infinity-Pool erstmals nach unserem System gleichzeitig als vollständiges Überlaufbecken ausgeführt werden: Auf der Talseite entsteht die optisch offene Infinity-Kante, während die übrigen Seiten über die Überlaufrinne entwässert werden.

Stein und Holz statt Rost: das Auflagersystem

Im gleichen Zeitraum wurde auch das Auflagersystem weiterentwickelt. Statt eines klassischen Rostes konnte nun beispielsweise Stein passend zum Poolumgang eingesetzt werden. Ebenso wurden Lösungen für andere Oberflächen, etwa Holzeinlagen, möglich. Die Technik der Überlaufrinne trat damit optisch immer stärker in den Hintergrund.

2018: Rinnenmax für den privaten Poolbauer

Mit zunehmender Erfahrung zeigte sich, dass sich nicht nur professionelle Poolbauer für das System interessierten. Auch private Bauherren wollten ihren Pool selbst errichten und dabei nicht auf die Technik eines Überlaufbeckens verzichten.

Deshalb wurde 2018 Rinnenmax gegründet. Damit entstand ein eigener Bereich für Selbstbauer und private Poolprojekte. Was 2002 auf der eigenen Baustelle begonnen hatte, erreichte damit eine völlig neue Zielgruppe.

2026: Aus der Entwicklung wird AquaLite

Mehr als zwei Jahrzehnte nach den ersten Versuchen begann schließlich das nächste Kapitel. 2026 wurde das Überlaufrinnensystem unter der eigenen Marke AquaLite weitergeführt. Der Name steht heute für das Ergebnis einer Entwicklung, die nicht in wenigen Monaten entstanden ist.

Zwischen der ersten Idee und dem heutigen System liegen mehr als 20 Jahre Erfahrung, Baustellenpraxis, Versuche und Weiterentwicklung. Immer wieder wurde dasselbe Prinzip verfolgt: leichter, präziser, einfacher zu montieren und besser an die unterschiedlichen Anforderungen eines modernen Pools anpassbar.

Viele Lösungen, die heute Teil des Systems sind, entstanden aus ganz konkreten Problemen auf der Baustelle:

  • das Gefälle im Rinnengrund und der selbstreinigende Effekt
  • die Höhenverstellung und die Justierschrauben
  • die Montagehilfen für lange, gerade Rinnenlinien
  • die werkseitig integrierte Bewehrung
  • die Gewichtsreduzierung auf rund 50 Kilogramm je Element
  • die unterschiedlichen Rinnenmodelle sowie Lösungen für Stein-, Holz- und Infinity-Ausführungen

Und genau darin liegt die Geschichte des AquaLite-Überlaufrinnensystems. Wie die zehn Modelle heute aussehen und welches zu Ihrem Projekt passt, zeigt die Modellübersicht. Mehr über die Menschen und Zahlen hinter dem System lesen Sie auf der Seite Über uns.

Häufige Fragen

Seit wann gibt es das AquaLite-Überlaufrinnensystem?+

Die Entwicklung begann 2002 bei Isotec Steirerpool mit dem Ziel einer Überlaufrinne mit Gefälle im Rinnengrund. 2014 war die Grundkonstruktion fertig, seit 2026 wird das System unter der eigenen Marke AquaLite geführt.

Warum hat der Rinnengrund bei AquaLite ein Gefälle?+

Das Gefälle führt Wasser gezielt zu den Abläufen, statt es in einer ebenen Rinne stehen zu lassen. So trocknet kein Restwasser mit Schmutz am Rinnenboden ein, die Rinne reinigt sich weitgehend selbst. Genau dieses Ziel stand 2002 am Anfang der Entwicklung.

Wie schwer ist ein AquaLite-Rinnenelement?+

Ein rund zwei Meter langes Element wiegt heute etwa 50 Kilogramm. Frühe Konstruktionen mit Rinnenboden kamen auf ungefähr 130 Kilogramm. Möglich wurde die Gewichtsreduzierung durch eine neue Konstruktion und eine speziell entwickelte Betonrezeptur.

Was unterscheidet AquaLite, Rekordrinne und Rinnenmax?+

AquaLite ist das Überlaufrinnensystem selbst. Rekordrinne (seit 2014) ist das Partnernetzwerk für Poolbaubetriebe, die mit dem System bauen. Rinnenmax (seit 2018) richtet sich an private Bauherren, die ihren Pool selbst errichten.

Kann ein Infinity-Pool gleichzeitig ein Überlaufbecken sein?+

Ja. Seit 2017 lassen sich mit Modell 7 für die Infinity- bzw. Hangkante und Modell 6 für die begehbaren Seiten beide Prinzipien kombinieren: Auf der Talseite läuft das Wasser über die offene Kante, die übrigen Seiten entwässern über die Überlaufrinne.

Das System dahinter

Die Technik, um die es hier geht, steckt im AquaLite-Überlaufrinnensystem: massive Betonfertigteile mit integrierter Justierung und definiertem Gefälle. Alle zehn Ausführungen stehen in der Modellübersicht, und wenn Sie ein Projekt planen, erreichen Sie uns über die Projektanfrage.